Montag, 14. November 2011

Ein Chinese zum Mitnehmen --> Oder verdammt schlechte Deutsche Filmtitel!


Guter Film → Scheiss Titel.
„Zwei mal Chinese zum mitnehmen“: Wer diesen Satz in den Armen seiner Freundin, oder nebst seinen Kumpels, ohne ihn in den eigenen Bart zu murmeln oder sich dabei unendlich scheisse vorzukommen, im Januar am Ticketcounter des Kinos seiner Wahl, aufsagen kann, der steht vor der armen Kino-Mitarbeiterin entweder unter Einfluss von Alkohol oder sonstigen Drogen. Was sich der Verleih bei der Übersetzung des original argentinischen Titels „Un Cuento Chino“, der ein Sprichwort beschreibt, dass soviel wie „eine erfundene oder unglaubliche Geschichte“ oder am ehesten noch mit „Das kommt mir spanisch vor“ zu vergleichen ist, gedacht hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. 


Aber auch die hiesigen Marketing-Damen und Herren scheinen den Konsum von Substanzen die laut Betäubungsmittelgesetz eher illegal ein zu stufen sind, nicht abgeneigt zu sein. Wenn man sich das offizielle Deutsche Poster zum Film ansieht, gibt es noch viel mehr solcher Sprachentgleisungen zu bewundern. Nicht nur der Titel, nein auch der geschmacklose Untertitel „Eine süß-saure Komödie“ grenzen schon fast an Rassismus. Man stelle sich nur einen Berliner Chinesen vor, der von dem 2012er Oscarkandidaten in irgend einem anderen Land gehört hat, vll. sogar von argentinischen Nachbarn im Nebenhaus und nun zum Deutschlandstart ins Kino gehen will. 

Welcher Chinese traut sich bitte, ob alkoholisiert oder sonst wie benebelt, an den Ticketcountern seines Multiplexes nach einer Karte seines Wunschfilmes zu fragen? Die einzigen die Spaß an solchen Dingen haben, werden wohl gelangweilte Neonazi-Gruppen sein, die dann aber nach der Sichtung des Films, wenn sie denn so lange aushalten, enttäuscht den Saal verlassen und süß-sauren Schabernack in ihrem Viertel aushecken. Wenn die niederen Sinne und Erwartungen nicht erfüllt werden, brennen die Nudelbuden. Ein Schreckensszenario, dass solch Marketing und Verleih-Profis aus den schnieken Agenturen in Mitte natürlich nicht vorhersehen konnten. Sie waren zu sehr damit beschäftigt aus Filmen wie „The Pope Must Die“ → „Ein Papst zum Küssen“ zu machen.

Ach ja. Ansonsten ist "Ein Chinese zum mitnehmen", der das einsame Leben eines kauzigen Misanthropen zeigt, welcher wiedererwartend einen obdachlosen Chinesen bei sich in der Wohnung aufnimmt, äußerst sehenswert.

Filmstart: 05. Januar 2012


Solche Szenen, die der Titel, die Untertitel und die Aufmachung des Plakates versprechen, werden nicht geboten und damit sollte doch spätestens seit "Breakfast at Tiffanys" auch schluss sein:





Geboten wird auf jeden Fall skurille Filmkost mit einer Priese schwarzen Humor!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Gesichtet: "Anonymous"

Anonymous

Regie: Roland Emmerich

Darsteller: Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, David Thewlis

Kinostart: 10. November 2011

130 Minuten
Sony Pictures




Säufer, Hurenliebhaber und Analphabet — Ja, der echte William Shakespeare kommt in Roland Emmerichs „Anonymous“ nicht allzu liebenswert weg. Der echte? Genau, hier dreht sich alles um die Frage ob der bärtige Barde von Stratford-upon-Avon wirklich das Genie hinter der Geschichte des tragischen Lebens von „Hamlet“, der Liebe Romeos oder des blutigen Schaffens von König Heinrich V im Hunderjährigen Krieg ist. Tatsächlich weiß man ehrlich gesagt recht wenig über diesen Mann. Er war wohl der Sohn eines gänzlich ungelehrten Händlers und hatte seine akademische Ausbildung nur in einer Dorfschule. Tja und abgesehen von den Stücken die überliefert sind, gibt es keinerlei Manuskripte, Briefe, Tagebücher oder Gedichte die ihm zugeschrieben werden können.

Anonymous“ gibt nun eine mögliche Antwort, verschachtelt in einer Komplexen Geschichte über Verrat, Freundschaft, Leidenschaft und Loyalität. Alles hinter dem Vorhang des Theaters der Londoner Bühne, versteckt hinter einer Liebeserklärung an Shakespeares Ouvre und angesiedelt im politischen Durcheinander des elisabethanischen Englands. Außerdem ist der Streifen auch einfach mal eine andere Herausforderung für den gebürtigen Stuttgarter Regisseur. Kein Budget von hunderten Millionen von Dollars, Emmerich musste sich bei den Dreharbeiten in und um Berlin mit schlappen 30 Millionen zufrieden geben.




Wortkarg, waren sie eigentlich immer — seine Charaktere. Alles oft recht emotionslose Statisten in bunten Weltuntergangs-Knallbonbons. Spaß hatte man trotzdem. Ob in dem düsteren No-Future-Szenario von „2012“, der Alieninvasion von „Independance Day“ oder dem Säbelzahntigerkampf in „10.000 BC“ — okay, bei dem vielleicht dann doch nicht. Trotzdem, es war immer die Zerstörung, die es Emmerich angetan hatte. Dialoge? Egal! Hauptsache es fliegt alle paar Minuten was in die Luft. Jetzt reden seine Charaktere viel miteinander. Ja, sie sprühen förmlich vor aufbrausenden, gigantischen Dialogblasen. Plötzlich füllt Emmerich eine Welt mit Leben anstatt es zu nehmen. Eine längst vergangene, aber durchaus vitale Welt. Sie strotzt geradezu voller Spielfreude, voller Musik, malerischen Sets und detailverliebten Kostümen. Ja, es ist das erste Mal, das er etwas kreiert und nicht vollkommen zerstört.

Die Frage nach der wirklichen Identität Shakespeares ist da die spannendste der vielen Geschichten die erzählt werden, wenn sich der einfältige Schauspieler William Shakespeare für seine nicht selbstverfassten Stücke vom Publikum wie ein historischer Rockstar feiern lässt, während sich der Graf von Oxford (der der wirkliche Urheber der Kulttheaterstücke sein soll) auf den Zuschauerrängen windet, weil er nicht zu seiner eigenen Poesie stehen darf, beweist Emmerich ein wundervolles Händchen für eine großartig, einfältige Inszenierung. 



Da hätte es nicht gestört, vielleicht den einen oder anderen Royal-Soap-Skandal besser unter den Tisch zu kehren, obwohl alle Akteure hier mit Rhys Ifans, Vanessa Redgrave oder Rafe Spall eine Glanzleistung abliefern. Und auch wenn man das Lichtspielhaus erst etwas verwirrt und vollgepackt mit Informationen verlässt. Mit der Zeit weiß man, das man es mit gutem Kino zu tun hat, es wächst das Interesse für das Thema und die Anerkennung für eine Regie-Leistung, die man eigentlich nicht erwartet hatte. Genau wie ein guter Wein, muss „Anonymous“ erst mal ein wenig im eigenen Geiste reifen, bis er seine kompletten Aromen entfaltet und als das angesehen wird, das er ist: Ein wirklich guter Kostümfilmblockbuster.




60%



Dienstag, 20. September 2011

Gesichet: Bullhead


Bullhead 
OT: Rundskop 
Regie: Michael R. Roskam  
Belgien: 2011 
Laufzeit: 120 Minuten 

Start: 24. November 2011 
















Willkommen in Belgien: Wir befinden uns im knapp 6.000 Seelen Dorf Limbourg im südwestlichem Belgien, der Provinz Lüttich. Und wer glaubt hier nur verödete Landschaften und Rinder zu finden, der hat nur zum Teil recht. Regisseur Michael R. Roskam zeigt in seinem, im Panorama der Berlinale gefeiertem, Debutfilm eine groteske Tragödie im Rinderzüchter-Milieu. In „Bullhead“ geht es um fiese Fleischhändler um die allgegenwärtige Hormonmafia, um Freundschaft, Schicksal, Vergebung, Sühne und Reue. Getragen wird diese Bürde von einem Shooting-Star des flämisch-belgischen Kinos: Matthias Schoenaerts. Der spielt sich mit gesenktem Haupt und plötzlichen Aggressionsattacken in preisverdächtige Gefilde. Als wortkarger Protagonist Jacky ist Schoenaerts jedoch alles andere als ein Sympathieträger, hormonabhängig und traumatisiert, fristet er ein einsames Leben. Als ihn ein Tierarzt mit mafiösen Fleischhändlern bekannt macht, muss er sich überlegen, ob er ins große Geschäft einsteigt.

Das Belgische Hormon-Noir sudelt sich im Matsch, robbt durch miefigen Dreck und die öde Weite der flämischen Landschaft. Man riecht förmlich den Tierkot, den Atem der Rinder und den Schweiß der Hauptdarsteller, wenn sie sich mal wieder gegenseitig die Köpfe einhauen. Ja, in Belgien scheint wirklich selten die Sonne zu scheinen, noch seltener als im Deutschen Depri-Sommer von 2011. Die Einwohner Limbourgs nehmen es mit dem Licht aber auch sonst wohl auch nicht allzu eng.  Regisseur Roskam entzieht seinen Bildern jegliche Farbschemen. Sonnenstrahlen und künstliche Beleuchtung wirken als grelles, blendendes Übel, sollten sie mal auftauchen. Und doch kann da auch mal ganz plötzlich eine posende Kuh im malerischen Magenta-Rot eines Sonnenaufgangs im Wald herumstehen, auch wenn es die Sonne nie bis ganz nach Oben schaffen wird. Ganz beiläufig beschäftigt sich Regisseur Roskam mit den Konflikten zwischen Flamen und Wallonen im Land. Dabei kommen die Wallonen im Süden eindeutig besser weg: frankophil veranlagt, bauernschlau und ein bisschen tollpatschig sind sie, aber alles in allem nicht wirklich übel, kauzige Landleute eben. Wahre Drecksäcke dagegen sind die von den Wallonen gern mal faschistisch genannten Flamen: Ihnen geht es allein ums große Geld und in ihren mafiösen Strukturen ernten sie nur Verachtung. Lose basierend auf dem im Jahre 1995 niedergestreckten Veterinärinspektor Karel Van Noppen, geht es auch in "Bullhead" um den Auftragsmord der Hormongangster.



Im ganzen Film wimmelt es an deutscher Markenware. Die Belgier scheinen sich beim Autokauf auf ausschliesslich deutsche Qualitätsware spezialisiert zu haben. Nicht nur, dass in den Dialogen immer wieder die neuesten BMW-Modelle angepriesen werden, der Bedarf an deutschen Blechboliden scheint so groß zu sein, dass auch noch Mercedes mit ins Boot musste und somit eine Komplettausstattung der Dörfer gesichert ist. Wer in keinem Statussymbol durch den Matsch kutschiert wird, der ist nichts. Aus den kleinen Spielunken und Restaurants schallen deutsche Schlager und wehe dir, du betrittst eine der Dorf-Dissen. Hier legt man für 2 Wodka-Shots einfach mal 20 Euro auf den Tresen und nur mit schniekem Hemd wird Einlass gewährt, doch auch das kann mal eben für 15 Euro vom Personal gekauft werden.  

Leider schwappt aber auch ein wenig der vorgestellten Ödnis auf den Zuschauer über. Während Hollywoodfilme von Szene zu Szene und Effekt zu Effekt hetzen, schleicht Regisseur Roskam in gediegenem Erzählton mit seinem Hitzkopf Jacky von plot point zu plot zu ploint.  Dennoch schafft er es mit seinem Debutfilm einen äußerst beklemmenden Thriller in einem realistischem Milieu ab zu liefern.


Bullhead startet im November unter dem Dach der Rapid Eye Movies, die sich eigentlich einen Namen mit verlorengegangenen Kultfilmen aus dem asiatischem Raum gemacht haben und hier einen kleinen Glücksgriff hatten.  

60% 



Montag, 19. September 2011

Trailer des Tages: Sushi Girl 2012

Ein Film aus Leidenschaft: Die Schauspiel-Ikonen Tony Todd (CANDYMAN, FINAL DESTINATION), Danny Trejo, Mark Hamill (mit freakiger Perücke) und Sonny Chiba, treffen in einem Film zusammen auf denen die Schauspieler auch Lust hatten. Ein LowBudget-Projekt mit Kultpotential...?! 


Sonntag, 18. September 2011

VHS Cover des Monats: Iron Angels

Iron Angels 
Darsteller: Hideko Saijo, Elaine Lui, Moon Lee
Regie: Raymond Leung 
Hongkong 1987

Covertext: Im internationalen Drogenhandel werden weltweit jährlich 44 Milliarden Dollar umgesetzt. Das Geschäft mit der Abhängigkeit blüht. Polizei und Staat sind machtlos. Auf Druck der Washingtoner Regierung soll ein Exempel statuiert werden. Im Hauptanbaugebiet, dem "goldenen Dreieck", werden in einer großangelegten Militär- und Polizeiaktion riesige Opiumfelder vernichtet. Die dort ansässige Drogenmafia holt zum Vergeltunsschlag aus. Unter Führung der skrupellosen, machtbesessenen Leiterin des Syndikats, wrden magebliche Plizeioffizieren getötet und wichtige Regierungsmitgleider gekidnappt. Commander Fong, Asien-Spezialist der amerikanischen Drogenabwehr, sieht nur noch eine Möglichkeit, um das übermächtge Syndikat zu stoppen. Er beauftragt die IRON ANGELS, eine besonders geschulte kampferprobte Spezialeinheit, die nur in schwierigsten Fällen eingesetzt wird. Ihre Aufgabe ist es, die entführten Regierungsbeamten -- selbst unter Einsatz illegaler Mittel -- aus dem Hauptquartier der Drogenmafia zu befreien und die Leiterin des Syndikats außer Gefecht zu setzen, bevor diese ihr Imperium über den gesamten Fernen Osten ausbreiten kann... 

Hier muss es so richtig rund gehen: Wenn man den schreiend, anmutenden Aussagen auf dem VHS-Cover von "Iron Angels" auch nur den kleinsten Funken an Glaubwürdigkeit schenken kann, handelt es sich hierbei um einen 1a Actionkracher aus Hong Kong. "Die härtesten Engel der Welt", "Der Absolute Actionfim" prangt es vom Videocover, "Ein Film, der wie eine Nadel unter die Haut geht", "Ein Film, so hart wie man die Drogenmafia bekämpfen muss" beschwört der deutsche Trailer -- Auf die Darstellerinnen Hideko Saijo, Elaine Lui und Moon Lee liegt eine actionversprechende, schwere Last. 

Schnittebericht auf ofdb.de


Deutscher Trailer: 


Dienstag, 30. August 2011

Gesichtet: CONAN 3D


Conan - Der Barbar 3D 

Regie: Marcus Nispel 

Darsteller: Jason Momoa, Rose McGowan, Stephen Lang, 
Ron Perlman

Laufzeit: 113 Minuten 
FSK: 18  

Deutschlandstart: 9. September 2011









Die stählerne Brust gen Himmel gestreckt, das wallende, lockige Haar flattert in Zeitlupe vor sich hin, Vaters Schwert in die Höhe gehievt, ein mal tief Luft geholt und lautstark ertönt CONAN’s barbarischer Brunft-Schrei gen Unendlichkeit. Ja, auf tiefgreifende Konversation wird in Marcus Nispels Remake (Der gebürtige Deutsche verschaffte uns schon Neuauflagen von TEXAS CHAINSAW MASSACRE und FRIDAY THE 13TH) nicht wirklich Wert gesetzt. Wir befinden uns ja auch unter Cimerischen Barbaren im hyborischen Kontinent. Hier werden Frauen noch mit „Weib — halt’s Maul!“ in die Schranken gewiesen, der Mund mit einem Stofffetzen gestopft und das Frauenzimmer mit den Worten „Schlaf Weib!“ zu Bett gebracht. Fernab von feministischer Revolution und Alice Schwarzer, fernab irgendeiner Gleichberechtigung. „Ich lebe. Ich liebe. Ich töte… Ich bin zufrieden.“ Mit diesem Leitspruch seines arg einsilbigen Protagonisten im Kopf scheint sich Nispel auch dem Drehbuch genähert zu haben.

Die Story? Wem es interessieren sollte — verläuft etwa so: Der etwas schrullige Bösewicht Khalar Zhym (Stephen Lang) sucht die Puzzleteile einer magischen Maske. Hat er diese zusammen und beträufelt sie mit dem Blut einer Reinen Nonne (Rachel Nichols als Tamara) wird er zum Gott und seine vor Jahren, bei lebendigem Leib verbrannte Frau, kommt zurück auf die Erde. Das klingt nicht nur an den Haaren herbei gezogen, dass ist es auch. Conan jagt den Übeltäter weil er nicht nur seinen Vater, sondern sein ganzes Dorf hat niedermetzeln lassen. Und Conans Erzrivale, der eigentlich nur rum jammert und seine tote Frau zurück haben will, Sex mit seiner heißen Tochter ausschlägt und mehr schlecht als recht mit seiner eisernen Klinge kämpft, wirkt ein wenig seelenos und  als zu leichter Endboss für den barbarischen Hühnen. Das ist alles nicht wirklich spannend, dafür aber ultra blutig in Szene gesetzt.


Hat der kultige Dino de Laurentiis Streifen noch Arnold Schwarzenegger als Trumph im Ärmel, blöd drein schauend, stählerne Muskeln, der steierische Akzent und unvergessene Szenen in der Mister Universum diverse Kamele um nietet. 



Versprüht Jason Momoa eher den Hochglanz-Charme eines verweichlichten Supermodels. Die Mähne immer gut getrimmt, die Achselhaare gestutzt, ein schnuckeliges Knabengesicht und wenig Dreck am Körper. Conan light sozusagen. 



 Der finale Kampf wäre bei Schwarzeneggers Interpretation sicher nicht annährend ähnlich verlaufen, hätte der gute alte CONAN doch nicht zweimal nachgedacht und die Frau an der Eisenkette einfach fallen lassen. Auch fragt man sich, weshalb zwar das Blut einer reinen Nonne für das obskure Ritual benötigt wird, die süße Tamara aber kurz vor ihrem Reinheits-Todesritual noch Conans Barbaren-Penis in sich hatte. Allzu rein, dürfte Madame nach der wilden Sexnacht mit dem Nordmann wohl nicht mehr gewesen sein. 

Nispels Effektteam schafft es dafür immer wieder Städte und Kulissen wundersamen Ausmaßes zu zeigen, eine Stadt monumentaler als die andere. Wasserfälle aus riesigen Totenköpfen, Blut, schweiß. Dreck. Zu Sand werdende Hokus-Pokus Stehaufmännchen und haufenweise triviales Futter für Conans Stahlschwert ist zu bewundern. Ja, bei Crom! Das Blut fließt in Strömen, Köpfe rollen im Minutentakt, literweise digitale Ergüsse en masse. Ach ja und das 3D? Na ja, muss nicht wirklich sein. Genauso wie der Film 

40%



Mittwoch, 17. August 2011

Gesichtet: Final Destination 5 3D

Final Destination 5 3D

USA 2011
Regie: Steven Quale
Filmstart: 25. August 2011

Darsteller: Miles "Tom Cruise" Fisher, Nicholas D'Agosto, Emma Belle, Jacqueline McInnes Wood

Spielzeit: 92 Minuten










Oh ja: Endlich mal wieder ein Film der zeigt, wofür 3D wirklich gut ist. Hier schreckt man nicht nur ab und an auf, wenn das eine oder andere spitze Werkzeug gen Publikum fliegt, einige der dreidimensionalen Blut und Gedärm-Orgien sind so ekelerregend, dass man sich glatt die Eingeweide-Brocken von seiner besudelten 3D-Brille wegwischen will.

Die Story ist allseits bekannt, drehen die Produzenten der Serie doch seit Jahren immer wieder den gleichen Film. Eine Gruppe von Teenagern überlebt einen ultra-brutalen Unfall und wird fortan vom leicht angesäuerten, unsichtbaren Tod gejagt. Ein wenig Plot-Finesse kommt im neuen Teil der Serie auf, wenn die austauschbaren Jugendlichen glauben, dass sie vom Tod erlöst werden, falls sie selbst jemanden umnieten.

Doch bleibt der Streifen, wenn nicht gerade Augäpfel verstümmelt, Arme gebrochen oder Leute in Zeitlupe aufgespießt werden, trotzdem immer nur so gut wie die schauspielerische Leistung seiner Protagonisten. Die sucht man allerdings vergeblich. Spielen die halbstarken Darsteller doch alle so, als würden sie eigentlich noch die Schauspiel-Schul-Bank drücken. Einige sollten sich doch besser auf eine Karriere als Tom Cruise-Double oder Nacktmodel einstellen.

Charaktere wie dumm-drein-blickende FBI-Agenten, die irgendwelche nicht vorhandenen Fälle lösen wollen, oder glatzköpfige Bürochefs, die nicht genau wissen, weshalb sie so ultra cool seien müssen, sind so schlecht geschrieben, dass es schon wieder Spaß macht ihren stupiden Handlungen zu folgen. Und dann stechen auch schon wieder die wirklichen Stärken des Slasher-Streifens hervor. Wer eine Karte für Final Destination 5 3D kauft, der weiss buchstäblich was auf ihn zu kommt. Mit den richtigen Freunden, dem richtigen Alkpegel und einer klatschenden Meute von Kinogängern, die die widerlichen Todessequenzen bejubelt, kann einem extremst unterhaltsamen Kinoabend nichts im Weg stehen.

Locker 80% für die fiesesten 3D-Splatter-Sequenzen des Jahres und 20% für die abstruse und nicht-vorhandene Geschichte, bringen Final Destination 5 3D auf glatte 50%.







Text: Markus Breuer
Fotos: Promo

Samstag, 6. August 2011

Gesichtet: Hell 2011


HELL 

Deutschland 2011 
Filmstart: 22. September 2011
Regie: Tim Fehlbaum
Prouktion: Roland Emmerich, Paramount Pictures


Darsteller: Hannah Herzsprung, Angela Winkler, Stipe Erceg, Lars Eidinger, Lisa Vicari 









Es ist heiß in Regisseur Tim Fehlbaums Hölle, verdammt heiß. Wir schreiben das Jahr 2016, die Sonne hat mit ihrer Strahlkraft alles dahingerafft, was sich tagsüber nicht in irgendeiner Höhle verstecken, oder hinter Holzbarracken einmauern kann. Auch Deutschland ist der Apokalypse nicht entkommen. Marie (Hannah Herzsprung), ihre kleine Schwester Leonie (Lisa Vicari), Freund Phillip und Mechaniker Tom (Stipe Erceg) haben ihr Hab und Gut in einen abgewrackten Volvo verfrachtet und sind unterwegs in Richtung Gebirge, wo es Wasser geben soll. 



Ja, in 5 Jahren sind sie vorbei, die Tage in denen man stundenlang unter der Dusche stehen konnte. Körperpflege? Fehlanzeige! Hier wird um jeden Tropfen Wasser gekämpft. Und Debutregisseur Fehlbaum weiß wie man solch Umstände inszeniert. Die Darsteller sehen aus, als wären sie stundenlang durch Matsch gekrochen und hätten sich Jahre die Haare nicht gewaschen. Wie Vampire verkriechen sich die Hauptakteure immer wieder in ihren mit Zeitungsfetzen abgedunkelten Wagen. Dazu kreieren die Filmemacher durchgestylte Bilder. Grelles Sonnenlicht brennt sich in die Netzhaut der Zuschauer und erzeugt einen nahezu körperlich spürbaren, nüchternen Realismus, den es selten in deutschen Produktionen zu sehen gibt.



In “Hell” sieht es nicht allzu gut aus für die Perspektive der Menschheit, sogar vor Vergewaltigung und Kannibalismus wird nicht halt gemacht. Verstörend wirkt “Die Blechtrommel”-Star Angela Winkler als erbarmungsloses Backwood-Familien-Oberhaupt und man fragt sich unweigerlich: Wie es kommen kann, dass es so ein Stoff durch hiesige Filmförder-Gremien schafft? Gut, US-Regie-Star Roland Emmerich und die Paramount sind in den Credits zu lesen, deshalb wohl der eher internationale Flair. Trotzdem setzt man in den Büros einheimischer Filmförderanstalten bekanntlich eher auf spröde Geschichts-Dramen, Beziehungskomödien oder Migrationsthemen. “Hell” kommt ganz ohne Furzwitze, zermürbende Krebsleiden oder Til Schweiger daher. Ein deutscher Genrefilm, der auch noch gut ist. Spannend erzählt, beklemmend inszeniert und ohne jegliche Pseudomoral.







Auf dem Filmfest München gefeiert, zeigt “Hell” zwar für versierte Genrefans nichts Bahnbrechend Neues auf der Leinwand, kokettiert mit Elementen des Splatterfilms, suhlt sich nicht in Blut und Gedärmen, aber wirkt trotz Erstlingswerk als wirklich facettenreicher Endzeitstreifen. So was gibt es in Deutschland also doch, auch wenn Hannah Herzsprung und ihre Kollegen dafür bachstäblich durch die Hölle mussten, nach solchen Geschichten lecken sich Schauspieler hier noch immer die Finger. Reingehen und bitte mehr davon!

80%



















Text: Markus Breuer, Fotos: Paramount Pictures 

Samstag, 16. Juli 2011

Trailer des Tages: Underwater Love

Titten, Ärsche und ein knalliger Popsoundtrack: Shinji Imaoka, der Altmeister sogenannter "Pink"-Filmchen (japanische Softporno Streifen) hat für seinen neusten Streich den fielgefeierten Kameramann Christopher Doyle gewonnen.  Der liefert nun ein ominöses Märchen über eine junge Frau ab, die sich in ein japanisches, schildkrötenartiges Wesen verliebt und ach, ja -- singt! Der Film ist nämlich auch ein Musical. 


Aus der Presseinfo vom Tribeca Film 'Festival: 




Thirtysomething Asuka has an easy life, a job in a fish factory, and a fiancé, Taki, who's also her boss. One day, as she walks by the lake near the factory, she sees her first kappa - a legendary Japanese creature with a human form but a beak face and tortoiseshell back. She soon realizes that the kappa is her old friend from school, Aoki, who drowned when he was 17. As she hides Aoki from her fiancé and others, she must begin to decide what is most important for her.


Ein Trailer bei dem man sich das Grinsen über beide Ohren nicht ersparen kann... 








Mittwoch, 13. Juli 2011

Lesen! Little White Lies Magazine

Trailer of the day: Tarantino: Le Disciple of Hong Kong





Er schnappt sich die coolsten asiatischen Filme, schnippelt sie in seinem Kopf in kleine, bunte Teilchen und bastelt sie dann wieder in eigenen Kreationen zusammen. Erst kürzlich hat Hipster-Regisseur Quentin Tarantino seine "Whole Bloody Affair" gezeigt. Eine "Kill Bill"-Version die dem ursprünglichen Script mit einer Laufzeit von über drei Stunden nahe kommt und die einzige Möglichkeit ist, außerhalb von Japan den blutigen Showdown in leuchtend, roter Farbe zu genießen. 


Die Franzosen Jack & Johan zeigen in ihrer neuesten Doku jetzt von wem und welchen Streifen der Altmeister so abguckt uns inspiriert wurde. "Tarantino: Le Disciple of Hong Kong" wird zwar nur im französischen Fernsehen zu sehen sein -- und das bald. Man darf aber auch hoffen, dass es die spannende Doku, die es geschafft hat Ringo Lam nach 10 Jahren Inerviewpause mal wieder vor die Kamera zu locken, bald auf DVD oder BluRay zu bewundern gibt. 


Tarantino, Le disciple de Hong Kong from jac & johan on Vimeo.

Samstag, 2. Juli 2011

Doku of the week: Machete Maidens Unleashed


Titten, Blut und Gute Laune: Für alle Freunde des eher abseitigen Films und die, die es noch werden wollen, gibt eine kleine, neue Doku-Perle zu entdecken. Wer bei NOT QUITE HOLLYWOOD Spaß hatte, der weiss was bei MACHETE GIRLS UNLEASHED auf ihn zukommt. Eine Flut an schnell, geschnittenen Trailerhäppchen, ein zusammengeschustertes Splatter-Roulette und hochgradig unterhaltsame Anekdoten aus den wirren Umständen der No-Budget-Produktionen. 

Diesmal verschlägt es Regisseur Mark Hartley in die psychedelische Zeit der 70iger Jahre "Filipino"-Exploitation-Streifen. Zu Wort kommen unter anderem: Produzenten-Legende Roger Corman, Joe Dante oder Sid Haig. Der angehängte Trailer und die Poster lassen auf jeden Fall Vorfreude aufkommen und der eine oder andere wird seinen Spaß daran haben, die verrückten Streifen wieder zu entdecken...  






Hier noch der Red Band Trailer (Yeah):