Montag, 30. Januar 2012

62. Berlinale: Es gibt nur einen echten Kracher im Programm

Motherfucking Space Nazis in Iron Sky: 






Die lange, lange Produktionsgeschichte hat ein Ende und Iron Sky wird seine Premiere am 11.02.2012 im Programm des Panorama feiern. Am braunen Teppich vor dem Friedrichstadtpalast werden nicht nur der Regisseur und Udo Kier, sondern auch Götz Otto und Julia Dietze auf tauchen. 


Hier kann man versuchen Karten zu ergattern... 




Freitag, 13. Januar 2012

Fuck: It's friday the 13th

CELEBRATING AN UNUSUAL  DAY:









Dienstag, 3. Januar 2012

Gesichtet: Sleep Tight

Sleep Tight
OT: Mientras Duermes
Spanien 2011 
Filmstart: 29.03.2012









Wie abgrundtief böse kann ein Filmcharakter sein? Wie dunkel können die Geheimnisse eines Filmbösewichts sein und wie grausam kann man all dieses Elend inszenieren? Regisseur Jaume Balaguero kreiert mit Spaniens Schauspielstar Luis Tosar als Misanthrop César den ultimativen Antagonisten. Eloquent, adrett gekleidet, freundlich, zurückhaltend und zu einem gewissen Grad auch bemitleidenswert. 
Und dennoch wünscht man sich César würde vom Hochhaus-Dach springen, wenn er in seinem fast täglichem Ritual auf die Brüstung steigt und sich das Leben nehmen will — die Welt wäre ohne ihn doch viel besser. Fast täglich? Ja, César hat ein ernsthaftes Problem: Er ist traurig und kann einfach nicht fröhlich sein. 


Das einzige was den Concierge ein wenig aufheitert und seinem Leben einen Sinn gibt, ist das Leid anderer. „Ihr scheiß Lächeln, werde ich ihr noch austreiben“ flüstert er seiner am Inhalator hängenden Frau Mama auf dem Krankenhausbett ins Ohr. „Ob er dieses Mal wohl übertrieben hat?“ fragt er die kranke Mutter. Plötzlich schiessen ihr Tränen ins Gesicht. Man kann nur erahnen, was ihr sadistischer Sohnemann wohl verbrochen haben muss, dass sie so röchelnd auf dem Sterbebett dahin siecht. 


Zurück ins luxuriöse Wohnhaus mit seinen reichen Mitbewohnern. Da wäre eine ältere, allein lebende Dame, die ausser ihren Hunden nicht viele Freunde hat. Ihr Leben ist ohnehin schon schlecht genug, den Hausbesitzer macht man schon fertig, wenn seine Blumen auf dem Dach nicht richtig gegossen werden, nur die wunderschöne, dauer grinsende Clara wacht einfach nie mit schlechter Laune auf. Da muss nachgeholfen werden. Was wie ein böser Jungenstreich beginnt, wird mit der Zeit immer radikaler, intriganter und endet in einem subtilem Blutbad. „Rec“—Regisseur Jaume Balaguero spielt immer wieder mit unseren Erwartungen, zieht sogar ein minderjähriges, „Hardcore-Porno“ geiles Mädchen mit in die dunkle Geschichte und setzt immer wieder einen drauf, wenn man denkt das schlimmste wäre schon erreicht. „Sleep Tight“ entpuppt sich als waschechter Horror-Geheimtip für 2012. 


Und auch im richtigen Leben sind sich die beiden Hauptdarsteller nicht unbekannt. Luis und Marta spielten seit 2002 schon in 6 Kinoproduktionen mit und sind schon lange ein Paar.  Für den Film „Cell 211“ wurden beide mit dem spanischen Oscar, dem Goya, ausgezeichnet, er als Hauptdarsteller und sie als Nebendarstellerin. 


Luis tourt nebenbei noch mit seiner Band „The Ellas“ durchs Land und man mag für Marta nur hoffen, dass der charismatische Schauspieler keine von Cesars Eigenschaften nach Drehschluss mit nach Hause nimmt. 



TRAILER:




80%

Montag, 2. Januar 2012

Gesichtet: Revenge A Love Story



Revenge: A Love Story 
OT: Fuk Sau Che Chi Sei
HK: 2010 
90 Minuten 
Darsteller: Juno Mak, Sola Aoi, Tony Ho 
Regisseur: Ching-Po Wong 








China und Japan haben bekanntlich nicht gerade die friedlichste Beziehung zueinander, doch die Kunst überwindet jede noch so große politische Grenze: In REVENGE A LOVE STORY trifft ein, im echten Leben, chinesischer HK-Pop-Superstar auf eine japanische Kult-Pop-Art-Porno-Schnecke. 




Wer sich jetzt denkt: "Moment -- den kenne ich doch." Klar, Juno Mak kennt man von Hong Kongs Pop-Musik-Bühnen: 








Und wem Sora oder Sola Aoi bekannt vor kommt, der erinnert sich an sie wohl auch eher in solchen Posen:





Hach ja -- es knisterte von Anfang an bei den beiden Turteltäubchen. Das ist auch in den nicht ganz so drastischen Szenen ihres gemeinsamen Cat III Actionkrachers zu sehen. Mak spielt den schüchternen Imbißverkäufer und Aoi die etwas zurückgebliebene Dorfschönheit die vor den Augen ihres Freundes von dem kompletten Hinterwäldler Kleinstadtbullen-Revier vergewaltigt wird. Schon lange sind die Bösewichte nicht mehr in der sozialen Unterschicht oder bei Migranten zu suchen. In den Filmen des neuen Jahrtausends ist es der Staat, der seine Killer los schickt, die großen, multinationalen Konzerne, die Frauen und Kinder ermorden lassen oder eben die eigene Staatsmacht die verteufelt wird. Natürlich schreit die Vertuschung der radikalen Vergewaltigung nach Rache und die kommt ultra hart und blutig daher.




Regisseur Ching-Po Wong inszeniert mit „Fuk Sau Che chi Sei“ eine visuell poetisch anmutende Gewaltorgie in unterkühlten Blau – und Grautönen, bei der eine Zeitlupen-Verfolungsjagd zu einer atemraubenden Erfahrung werden kann, bei der keine Einstellung wirklich überflüssig wirkt, alle Schauspieler intensiv spielen dürfen und auch die Erzählstruktur in Zeitsprüngen durchaus Sinn macht. Ein knallharter Thriller der zwar nicht mit intelligenten Wendungen oder tiefgründigen Auflösungen punkten kann, dafür aber durch seine visuelle Wucht und seiner beinharten Geschichte noch lange nach der Sichtung im Kopf des Rezipienten bleiben wird.


70%